Preisträger VDE Awards 2018

Die Preisträger der VDE Awards 2018.

| Stefan Schumacher
22.11.2018 München Preis 469 0

Münchener VDE Abend 2018

Der VDE Bezirksverein Südbayern zeichnete mit den VDE Awards 2018 wieder besondere technisch-wissenschaftliche Leistungen in Südbayern aus. Die Awards wurden am 22. November 2018 beim Münchner VDE Abend in den Kategorien Wissenschaft, Wirtschaft und Schule verliehen. „Mit den VDE Awards möchten wir hervorragende Leistungen sowie das Engagement für mehr Technikbegeisterung in der Bevölkerung honorieren“, so Prof. Dr.-Ing. Petra Friedrich, Vorsitzende des VDE Südbayern. Der Münchener Abend wird von zahlreichen Sponsoren unterstützt und fördert den Kontakt zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Politik.

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VDE Bezirksverein Südbayern e.V.
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Heike Götz und Petra Friedrich

Heike Götz und Petra Friedrich beim Münchner VDE Abend 2018

| Stefan Schumacher

Heike Götz (Bayerisches Fernsehen) moderierte den Abend. Sie begrüßte die Preisträgerinnen und Preisträger und die Gäste aus Wirtschaft, Hochschule, Politik, Verbänden und Medien. Für den VDE Südbayern sei es zu einer Tradition geworden, in einer festlichen Veranstaltung besondere Leistungen zu würdigen, inzwischen zum 10. Mal.

Bernd Sibler

Bernd Sibler, Dinnerrede VDE Awards 2018

| Stefan Schumacher

Die Dinnerrede hielt der bayerische Staatsminister für Wissenschaft und Kunst, Bernd Sibler, über "Chancen und Risiken der Digitalisierung in der Bildung". Der Staatsminister erläuterte die Bedeutung der Digitalisierung für uns alle sowie die geplanten Projekte in Bayern. Die Bedeutung der Nachwuchsförderung durch Verbände und Industrie unterstrich Dr. Beate Mand, Vorständin des VDE Hauptverbandes, in ihrem Grußwort.

Nach dem Dinner erfolgte die Preisverleihung der VDE Awards durch Frau Götz und Frau Prof. Friedrich. Ausgezeichnet wurden junge promovierte Wissenschaftler sowie die besten Bachelor- und Master-Absolventen südbayerischer Hochschulen und Universitäten auf dem Gebiet der Elektrotechnik. Die Bandbreite der Arbeiten reicht von Halbleitertechnologien und deren Anwendung, über autonome Fahrzeuge bis zu Themen der künstlichen Intelligenz. Auch zwei junge Start-up-Unternehmen aus München sowie die beste Meisterprüfung im Elektrohandwerk wurden ausgezeichnet. Den Schulpreis erhielt ein Gymnasium aus Fürstenfeldbruck, das sich für die Förderung von Naturwissenschaften und Technik besonders engagiert und in zahlreichen Wettbewerben erfolgreich war.

Die Preisträger 2018

Dr. Jidan Al-Eryani – Wissenschaft

Dr. Jidan Al-Eryani hat einen Transceiver (Sende- und Empfangseinheit) bei extrem hohen Frequenzen von 340 GHz entwickelt, integriert mit Antennen auf einem Chip. Anwendungen sind die Radartechnik, die breitbandige Datenübertragung sowie die Bildgebung in der Medizintechnik. Die Arbeit wurde mit der Technologie von Infineon implementiert und stellt eine weltweite Spitzenleistung dar.

Dr. Anja von Beuningen – Wissenschaft

Dr. Anja von Beuningen hat sich mit der optischen Übertragung von Signalen auf einem Chip befasst, ähnlich wie die Übertragung von Daten über Glasfaser. Der Gewinn ist eine deutliche Reduktion der Verlustleistung des Chips. Diese optischen Netzwerke möglichst effizient zu entwerfen, ist eine zentrale Aufgabe des Chip-Designs. Mit ihrer Forschung ist es Frau von Beuningen gelungen, eine umfassende automatisierte Lösung für den Layoutentwurf für optische Netzwerke auf einem Chip zu entwickeln.

Michaela Brunner – Wissenschaft

Michaela Brunner hat ebenfalls ein Thema aus der Halbleitertechnik bearbeitet - die Überprüfung der produzierten Chips auf Fälschungen und auf Einfügen schädlicher Hardware und sowie Maßnahmen gegen Produktpiraterie. Die wirtschaftliche Bedeutung ist enorm groß, gerade in letzter Zeit wurde der Verdacht geäußert, dass bei der Fertigung von Chips Spionageelemente eingebaut werden.

Christopher Kuhn – Wissenschaft

Christopher Kuhn hat in seiner Masterarbeit ein Thema aus der maschinellen Bildanalyse bearbeitet und einen wesentlichen Beitrag zur Forschung geleistet. Aus Bildern Objekte zu erkennen ist ein zentrales Thema der künstlichen Intelligenz sowie autonomer Fahrzeuge.

Elisabeth Strunk – Wissenschaft

Elisabeth Strunk beschäftigt sich mit der Entwicklung einer modularen Controller Software für ein sich in der Entwicklung befindliches autonomes Modellfahrzeug. Die Arbeit ist die Basis für zukünftige Forschungsprojekte an der Hochschule Rosenheim.

Martin Wagner – Wissenschaft

Martin Wagner hat seine Bachelorarbeit zu einem Thema aus der Mobilfunktechnik gemacht, die Entwicklung einer Schaltungskomponente auf einem Halbleiterchip. Es geht um ein besonders effizientes digitales Filterverfahren, das bei den aktuellen Mobilfunk-Übertragungsverfahren zum Einsatz kommen kann.

Jakob Wenninger – Wissenschaft

Jakob Wenninger hat einen Empfänger für die Radioastronomie entwickelt. Die umfangreiche Bachelorarbeit umfasst die Entwicklung und Simulation von Antennen, eine komplexe digitale Signalverarbeitung sowie deren Realisierung mit einem Halbleiterchip. Herr Wenninger hat sein Studium auf dem zweiten Bildungsweg absolviert und seine Abschlussarbeit in England, an der Universität Oxford, bearbeitet.

Graf-Rasso-Gymnasium – Schule

Der Schulpreis geht an das Graf-Rasso-Gymnasium in Fürstenfeldbruck. Die Schule fördert seit vielen Jahren Naturwissenschaft und Technik durch zusätzliche Projekte und motiviert die Schüler zu eigenständigem Arbeiten. Der Erfolg sind zahlreiche Auszeichnungen bei Wettbewerben wie Jugend forscht und bei Mathematikwettbewerben.

Toposens GmbH – Wirtschaft

In der Kategorie Wirtschaft wurde das Start-up-Unternehmen Toposens GmbH in München ausgezeichnet. Toposens hat die weltweit erste 3D-Ultraschallsensor-Technologie entwickelt, die robuste, kostengünstige und präzise 3D-Daten für neue Technologien wie autonomes Fahren und Robotik generiert. Viele Firmen beauftragen das junge Start-up Unternehmen, den Sensor für ihre Anwendungen zu erproben.

VoltStorage GmbH – Wirtschaft

Das zweite Start-up-Unternehmen ist die Firma VoltStorage, die Stromspeicher für den Privathaushalt entwickelt, um Strom der Photovoltaikanlage zu speichern. Ihr Produkt basiert nicht auf der bekannten Lithium-Ionen-Technologie, sondern auf Vanadium-Redox-Flow-Basis. Die Firma Voltstorage hat hier ein patentiertes Produktionsverfahren, das erstmals die sichere Anwendung im Privatbereich ermöglicht und Nachteile der anderen Technologie vermeidet.

Stephan Maurer – Wirtschaft

Die beste Meisterprüfung der Elektroinnung München hat in diesem Jahr Stephan Maurer abgelegt. Die Meisterprüfung umfasste die Planung und Ausführung der Kommunikation und der Sicherheitsmaßnahmen eines Bauprojektes. Stephan Maurer ist heute als Projektleiter in internationalen Aufträgen tätig.

Impressionen

Dr. Rainer Lüder
Markus Breunig
Fotos: Stefan Schumacher